Donnerstag, 19. Februar 2009

... und weiter geht's im Alltagstrott

Ich bin's mal wieder. Immer noch in Melbourne. Immer noch auf dem Markt. Der Job macht mittlerweile mehr Spass, wenngleich ich ganz froh bin in circa 2 Wochen keine 60 Stunden Wochen mehr zu haben. Bin nun bereits so versiert, dass ich neben dem Verkaufen gelegentlich Smalltalk betreibe und nicht mehr ganz so oft einen Anschiss erhalte. Positiver Nebeneffekt der Arbeit: ich habe diese Woche zum ersten Mal anstatt etwas abzuheben, Geld auf mein australisches Konto einzahlen koennen. Ein tolles Gefuehl.

Damit ihr nicht denkt, meine Leben hier besteht nun nur noch aus Arbeit, hier mal einige Eindruecke, aus der Freizeit (die ich in den letzten Tagen mehrheitlich mit Katrin aus der Naehe von Bautzen verbracht habe:

- da waere einmal der Suzuki Night Market. Findet in den Sommermonaten immer Mittwochs statt und bietet Essen, Klamotten und gute Livemusik.
- dann habe ich noch (allerdings allein) einen Ausflug zu den Doclands von Melbourne unternommen und Paul Hogan und Dame Edna getroffen.
- mit Katrin habe ich zwei sportliche Kultstaetten Melbournes besichtigt: die Formel-I-Strecke im Albert Park (ich war in der Boxengasse) und den Flemington Racecourse, wo jaehrlich der Melbourne Cup (ein bekanntes Pferderennen, fuer das es in Victoria sogar einen Feiertag gibt) stattfindet und wir vom Manager persoenlich herumgefuehrt und mit Freikarten bedacht worden sind.


- kulturell habe ich mich in letzter Zeit auch ganz intensiv (und vor allem kostenfrei) berieseln lassen. Da war eine Fuehrung durch die Melbourne Townhall, ein Konzert auf der dort befindlichen Great Organ (der groessten Orgel der suedlichen Hemisphaere) und ein weiterer Klassikevent auf der Myer Music Bowl, einer riesigen Freiluftbuehne.


- hmmm. Hab ich noch was vergessen. Habe auch noch einige neue Stadtteile und Strassen durchstreift und fotografisch erkundet.

Klingt doch gut der Alltagstrott, oder? Nun, ehrlich gesagt, brauch ich jetzt erst mal ein paar ruhige Abende, nach den ganzen Freizeitaktivitaeten der letzten Tage. Bin ja auch keine zwanzig mehr....

Sonntag, 8. Februar 2009

Noch mehr Alltagsleben!

Nachdem ich noch eine weitere Woche an der Gold Coast verbracht und noch zwei weitere Waende mit Justin gebaut und aufgestellt habe, bin ich vorletzten Samstag nach Melbourne geflogen. Zunaechst habe ich mit Rene` und Tanja noch einige schoene Tage verbracht und unter anderem eine Gayparade in St. Kilda und das Gefaengnis, in dem Ned Kelly (das ist so etwas wie ein australischer Robin Hood) seine letzten Tage verbrachte, sowie das Finale der Australian Open in der Liveuebertragung gesehen.

Dann kam der Ernst des Lebens: ich begab mich auf die Jobsuche und wurde nach diversen Absagen und einem Probearbeiten als Filzstiftverkaeuferin fuendig. Zunaechst erhielt ich einen Job als Wurstverkaeuferin bei einem deutschen Wurstmann (naeheres unter www.wurstman.com). Da es sich dabei aber nur um einen Job an den Sonntagen auf diversen Events handelte, suchte ich weiter.
Auf dem Queen Victoria Market (der uebrigens schon seit 1878 existiert) fand ich dann eine Vollzeitstelle (5 Tage die Woche, jeweils ab 4 Uhr morgens ausser am Montag und Mittwoch) an einem italienischen Obst- und Gemuesestand. Dafuer musste ich aber leider dem Wurstmann absagen.

Nun habe ich bereits meinen zweiten Arbeitstag ueberstanden. Ich bin noch etwas unbeholfen, weis viele Preise nicht und mache auch den ein oder anderen Fehler. Einige wissen ja, dass ich schon einmal an einem mediterranen Stand auf dem Markt in Jena gearbeitet habe, aber der ist bei weitem nicht mit dem Markt hier zu vergleichen. Es herrscht viel mehr Betrieb, wir muessen alles im Kopf ausrechnen und meine Chefin ist auch nicht zimperlich. So vergeht ein elf Stunden Arbeitstag jedoch sehr schnell. Abends erhalte ich stehts cash meinen Arbeitslohn und laufe so nicht Gefahr, mich wegen ausbleibender Gehaltsschecks rumstreiten zu muessen.

Als Arbeitnehmer nehme ich Melbourne auf einmal ganz anders wahr. Wenn man nicht mehr ganz entspannt als Tourist unterwegs ist, wirkt vieles auf einmal nicht mehr ganz so glitzernd. Die Stadt gefaellt mir weiterhin sehr gut, bin nun aber in der Realitaet und im Alltag angekommen.
Wohne in einem kleinen, einfachen Hostel, dass eine Wochenmiete anbietet. Es ist ganz OK, aber voll von deutschen Abiturienten, die das erste Mal von daheim weg sind.
Ihr duerft nun gespannt sein, wie es in den naechsten Wochen weiter geht. Ich habe mir zumindest vorgenommen, mindestens einen Monat in Melbourne zu bleiben und zu arbeiten.