Mittwoch, 31. Dezember 2008

Happy New Year!

Gestern Nacht sind wir genau zehn Stunden frueher als ihr in Deutschland ins neue Jahr uebergegangen. Wir haben bei Freunden von Justin und Kathrin mit vielen Kindern, deren Freunden und Familie gefeiert. Es gab mal wieder viel zu viel gutes Essen (ein Teil Familie stammt aus Suedamerika), zum Ausgleich aber nur wenig Alkohol, da ich der Fahrer war. 
Ich kann Euch leider nicht von typischen australischen Silvestertraditionen berichten, da es ausser dem Motto "trinken bis zum Umfallen" keine gibt. Kein Bleigiessen, keine Weintrauben beim Glockenschlag, nur ein Glaeschen Sekt.
Also Prost und frohes Neues.

Freitag, 26. Dezember 2008

Weihnachten in Australia


Bei sehr ungewohnten da feuchtwarmen Klimaverhaeltnissen feierte ich dann Weihnachten. Und auch das lief ganz anders ab, als in Deutschland: die ganze Familie kommt zu einem ausgiebigen Lunch mit sommerlich leichtem Essen wie Garnelen, Salat und Fruechten zusammen, man sitzt dannach in der Sonne oder spielt Kricket. Nur die Sache mit den Geschenken ist gleich: wie ueberall nimmt die Geschenkvergabe einen recht grossen Raum ein und es gibt viel zu viel. Einzige Tradition ist das Verteilen riesiger Knallbonbons am Tisch, in denen sich kleine mehr oder weniger nuetzliche Dinge und eine Papierkrone befinden. Diese Krone setzen sich dann alle auf den Kopf. Wir vermuten, es hat etwas damit zu tun, dass Jesus ja als der Koenig der Juden geboren wurde und es gibt ja auch die Liedzeile "a king was born today". War das Boney M.?
Am Abend sind wir trotz Kricket und Spaziergang immer noch fast bewegungslos om uebermaessigen Schmaus. Weihnachtsstimmung verspuere ich nicht. Es ist halt Sommer, da hilft auch kein Stollen und kein Weihnachtsstrauss aus Pinienzweigen. 

Da denkt man natuerlich oefter mal an daheim, an Gluehwein und Bratwurst und all die Leute, die so fleissig Mails geschickt haben. Vielen Dank dafuer uebrigens.
Nun, ich glaube die naechste Nachricht kommt erst im neuen Jahr. Daher guten Rutsch und bis bald.

Auf dem Weg zu Santa...

... fuehrte es mich anschliessend nicht an den Nordpol sondern nach Osten hinauf an die wunderbar sonnige und warme Gold Coast zu Kathrin und Familie. 
Zunaechst legte ich aber noch einen zweitaegigen Zwischenstopp in Newcastle ein, das fuer seine phantasischen Surfbedingungen und Straende sowie seine Musikszene bekannt ist. Die Stadt habe ich per Rad, Bahn und Fuss erkundet und mich dabei nicht nur an Land bewegt. Ich habe an einer recht witzigen Form der Stadtfuehrung teilgenommen: man zahlt erst am Ende und zwar soviel, wie es einem wert war. Besonderes Bonbon war der witzige, an eine Schlenkerpuppe erinnernde Guide. 


Leider endete der Aufenthalt nicht ganz so witzig: Ich musste mal wieder ins Krankenhaus. Aber diesmal als Begleiterin. Ich war mit einem Maedel im "Bogie Hole" (siehe Foto), einem Steinpool direkt am Meer baden, als sie von mehreren starken Wellen an die dortigen Felsen geschleudert wurde, was ihr Knie und Schienbein ziemlich uebel aussehen liess. Ich fuhr also mit ihr in die Notaufnahme, wo wir viel Zeit verbrachten und ich am Ende die Lebensgeschichte mehrerer Mitwartender kannte. Meiner Bekannten war derweil nicht so wohl. Sie bangte, ihre Reise wegen der Knieverletztung abbrechen zu  muessen. Am Ende gab es aber Entwarnung: nur einige Stiche und viele Bandagen.
Dann musste ich auch schon in den Bus steigen und war nach einer recht bequemen Nacht im Greyhound (es lebe die Nackenwurst) am naechsten vormittag im Tweed Valley.

Haben Sie Arbeit fuer mich?

Nach Canberra fuehrte mich diesmal das Vorstellungsgespraech  bei einer Organisation, die betreutes Wohnen und Beratung fuer psychisch Kranke anbietet. Ich habe mich also ordentich gekleidet und extra eine weisse Bluse erworben. Im Gesprach stellte sich dann aber bald heraus, dass beide Seiten mit unterschiedlichen Vorstellungen angetreten waren. Ich wurde gefragt, welche Taetigkeiten ich mir denn so vorstelle und war dann doch etwas ueberrascht, hatte ich doch erwartet, man werde mir sagen, welche Stelle zu besetzen ist und welche Aufgaben sich damit verbinden. Weit gefehlt. Ich wurde wohl nur eingeladen, da man mich (die ich durch eine Mitarbeiterin empfohlen wurde) mal kennen lernen wollte. Einen Job, egal wie klein und das ausreichende Budget, diesen zu zahlen, gab es gar nicht. Ich erhielt aber immer wieder die Zusicherung, dass man nach einer Einsatzmoeglichkeit fuer mich suchen und mit Team und Chefs sprechen werde... 
Das war meine erste Erfahrung mit der australischen Freundlichkeit im Rahmen der Jobsuche. Keiner gibt dir direkt eine Absage. Du geht zwar mit der Hoffnung auf einen Job, aber dem unbestimmten Gefuehl heim, dass es wohl bsser ist, schon mal nach was anderem zu suchen. 
Na was solls. Ich habe mir also noch ein wenig Canberra angeschaut und noch einige Reisebekanntschaften im Hostel geschlossen. Allein dafuer, wars die Reise schon wert.

Donnerstag, 25. Dezember 2008

... wie es weiter ging

Wir setzten uns also in den Zug in die Blue Mountains und es regnete und regnete. Das schlechte Wetter verschaffte uns zwar einen ruhigen Nachmittag in unserem gemuetlichen YHA in Katoomba, aber irgndwie waren wir doch besorgt, dass wir auch den Folgetag drinnen verbringen mussten. Doch gluecklicherweise war uns Petrus wohl gesonnen und so konnten wir eine ausgedehnte Wanderung zum Echo Point, die Giant Stairway 900 Stufen hinab (sehr abenteuerlich uebrigens mit zwei kleinen Kindern im Gepaeck) und dann in Richtung Katoomba Falls unternehmen, wo sich eine Art Lastenaufzug fuer Touristen befand.   
Als besonderes Bonbon hatten wir gleich beim Einchecken Claudia getroffen und uns in Sydney verabredet. Happy ueber das schoene Wetter und die Aussicht auf einige erlebnisreiche Tage in Sydney kehrten wir also in die Metropole zurueck und lernten erst einmal das Organisationstalent australischer Verkehrsbetriebe bei Reparturarbeiten am Schienennetz kennen- alles recht unuebersichtlich und daher fuer uns Quell etlicher Umwege und Verspaetungen. Kamen daher gerade noch rechtzeitig zur Weihnachtsfeier im Haus von Kathrins Schwaegerin an. Vom Essen habe ich ja schon oft genug berichtet und auch hier war es wieder sehr gut. Es wurden auch unterm Weihnachtsbaum Geschenke ausgetauscht, aber weihnachtlich war die Stimmung dennoch nicht... die Kinder planschten im Pool, alle anderen waren sommerlich gekleidet und schluerften kuehle Getraenke.
Am naechsten Tag erkundeten wir dann Chinatown und dessen kulinarische Genuesse und fuhren nach Manly an den Strand. Dort gab es sehr schoene hohe Wellen, bei denen man die Bikinihose gut festhalten musste. Weitere Ziele am Dienstag waren Zoo (fuer Anni und Anja), Harbour Bridge und zielloses Umherlaufen in Sydneys Strassen (fuer mich und Claudia). Ihr seht also, das Programm war voll und irgendwie war wieder nicht genug Zeit fuer mich, die Stadt ausfuehrlich zu erkunden und ins Herz zu schliessen. Also gilt immer noch: I love Melbourne, aber Sydney naja.
Dann folgte auch schon wieder der Abschied- von der Stadt wie auch von meinen Begleiterinnen und -begleitern, die alle langsam gen Heimat flogen. Fuer mich ging es weiter nach Canberra. Ja genau, da war ich doch grad erst....

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Drei Weiber im Caravan von Melbourne nach Sydney (2)

Von Eden aus entfernten wir uns wieder ein Stueck vom Meer und fuhren ueber "gravel roads" dem hoechsten Berg Australiens dem Mount Kosciuszko (danke fuer die Korrektur Volker) entgegen. Mit 2229 Metern schafft er es zwar nur knapp auf Alpenniveau, ist aber dennoch recht imposant, da teilweise mit Schnee bedeckt und in eine wunderschoene Gebirgslandschaft eingebettet. Leider wurden wir oben beinah vom Wind hinweggetragen und von einigen Wanderern fuer verrueckt erklaert, da wir mit einem kleinen Kind in die Hoehe und Kaelte aufstiegen. Ich konnte daher keine Fussspuren am Gipfel hinterlassen. Wir sahen ihn nur von einem Lookout aus. Einschaedigt fuer die Wetterwidrigkeiten wurden wir dann bei einer Schneeballschlacht.

Dem Nationalpark folgte ein Besuch in der Hauptstadt der Nation, die wider den vielen Geruechten die so umgehen, recht sehenswert und keinesfalls langweilig ist. Es gibt viele Parks, Cafes, kostenlose Museen und sogar ein Nachtleben... ja, die Buergersteige werden hier nicht mehr gegen 6 pm hochgeklappt. Auch hier trafen wir uns mit lieben Bekannten zum Kaeffchen und wenn ich Glueck habe, finde ich hier auch bald einen Job.
Von Canberra aus blieben uns nur noch einige Tage, die wir nutzten, um noch einmal ans Meer zu fahren. Geroa am Seven Mile Beach und der Royal National Park waren unsere Ziele. Beides sehr schoen, aber leider wegen zweitaegigem Regen etwas trueb und badeunfreundlich.
Am 11.12. trudelten wir drei Weiber dann in Sydney ein, bezwangen den Stadtverkehr zu Gastfamilie und Autovermietung mehrheitlich problemlos und entspannten dann im Haus von Kathrins Schwaegerin, wo wir nicht nur herzlich aufgenommen wurden, sondern auch Kathrin und den kleinen Charlie sowie den riesigen Hund Rufus (ganz zu Anna-Maries Freude) trafen.
Am naechsten Tag brachen wir alle zu einem Kurzbesuch in den Blue Mountains auf (ohne Hund), doch dazu spaeter mehr.

Samstag, 13. Dezember 2008

Drei Weiber im Caravan von Melbourne nach Sydney (1)

Aus Tasmanien zurueckgekehrt, haben wir uns in Melbourne einen Campervan gemietet und sind damit zunaechst die Great Ocean Road entlanggefahren. In Warrnambool haben wir Schlafplatz und Freundschaftsbesuch kombiniert und Tower Hill einen alten Vulkankrater besichtigt, auf dem angweblich sehr viele Koalas leben. Wir haben leider nur einen gesehen, konnten ubnd dafuer aber vor Emus kaum retten. Dann ging es weiter nach Queenscliff, von wo aus wir mit einer Faehre zur gegenueberliegenden Seite der Bucht unter Melbourne uebersetzten und uns so viel Stress im Stadtverkehr ersparten.
Anschliessend sind wir zwei Tage im Wilsons Promontory National Park verweilt und haben uns auf Schusters Rappen begeben. Anni hatte sich ja schon auf Tasmanien als kleine "Gemse" bewiesen und machte auch diesmal wieder gut. Hier fanden wir die perfekte Mischung aus Bergen, Wald und abgelegenen Straenden, die, wenn auch nur mit den Fuessen, doch sehr zum Baden einluden. 

Dann reisten wir weiter an der Kueste entlang ueber Lakes Entrance, am Ende des Ninety Mile Beach, nach Marlo, wo wir erneut bei einer lieben Familie unterkamen, die uns mit Essen, Wein und Gastfreundschaft reichlich bedachte.
Von dort ging es endlich nach New South Wales in den Walfangort Eden, in dem es frueher beim Walfang eine ungewoehnliche Partnerschaft zwsichen Killerwal und Mensch gab, an die heute ein Killerwalmuseum erinnert.

The heart of Australia oder einfach Tasmanien

Puh Leute, das wird jetzt schwer fuer mich noch alle Erlebnisse der letzten Wochen zu erinnern. mein letzter Eintrag aus Melbourne liegt nun auch schon einige Wochen zurueck, in denen mich zunaechst die recht duenne Webinfrastruktur in Tasmanien und dann das Fehlen bzw. das hohe preisliche Niveau der Internetzugangs auf australischen Campingplaetzen vom Schreiben abgehalten haben.

Doch nun endlich einige Eindruecke zu Tasmanien: Nachdem wir auf stuermischer See auf einer riesigen Faehre mit luxurioeser Kabine auf die Insel uebergesetzt waren, entschieden wir uns schnell ein Auto zu mieten... was leider nicht ganz so schnell ging, da offensichtlich viele andere Touristen auch diese Idee und noch besser die Faehigkeit hatten, rechtzeitig den Mietwagen zu buchen. So endeten wir nach langem hin und her in einem Wagen von Europcar, der uns ueber Tasmaniens Strassen und auch einige Gravel Roads (Schotterstrassen) begleiten sollte. Schnell merkten wir, dass fuenf Tage einfach zu kurz sind, um die wunderschoene Natur Tasmaniens zu erkunden und erleben. Habe es daher auch diesmal nicht nach Port Arthur, der ehemaligen Strafgefangenenkolonie geschafft. Statt dessen besuchten wir zwei Nationalparks: einmal am Lake St.Clair nahe dem Cradle Mountain (dort endet der Overlandtrack, Tasmaniens bekanntester Wanderweg) und dann an der Ostkueste im Freycinet National Park.
Den Abschluss bildete ein Besuch in Hobart, wo wir nicht nur der Versuchung zum Shoppen erlagen und die Cascade Brewery sahen, sondern auch bei lieben Freunden und deren Familie uebernachteten und uns rundum wohl fuehlten.
Ich weis schon jetzt, dass ich noch einmal wiederkomme. Nicht nur fuer Port Arthur, auch fuer einen mehrtaegigen Walk auf dem Overlandtrack. Tasmanien ist naemlich (zumindest meiner Meinung nach) ein echter Geheimtipp fuer Wanderer, ruhesuchende, Natur- und Tierliebhaber... eigentlich fuer jeden.
Ach, tasmanische Teufel haben wir natuerlich auch gesehen, wenn auch nur in einem Wildlifepark.
So, und nun der Rest der Reise...

Sonntag, 23. November 2008

I love Melbourne!!!


So oder mit einem aehnlichen Aufdruck wuerde ich mir gern ein T-Shirt gestalten, das meinen Eindruck von dieser Metropole am besten beschreibt. Melbourne hat mir trotz seiner Groesse (4.5 Millionen Einwohner ist normalerweise eine Zahl, die mich die Flucht ergreifen laesst) sehr gut gefallen. Schuld daran waren wohl die vielen kleinen, sehr liebe- und kunstvoll gestalteten Ecken, die dem Ort irgendwie ein besonderes Wohlfuehlflair verliehen. Da ist der Federation Square, das Melbourne Museum, der Queen Victoria Market, der Yarra River uvm.Ausserdem machte ich im Hostel wieder viele Bekanntschaften, so dass ich die Tage und Abende nicht ganz allein, sondern meist in Begleitung verbringen konnte.
Am liebsten bin ich aber umhergelaufen, habe in einem der unzaehligen Cafe's (z.B. im trendigen Stadtteil Fitzroy) gesessen und gelesen, habe ein Strassenfest besucht oder am Fluss und in der Fussgaengerzone talentierten jungen Musikern gelauscht.

Nach fuenf Naechten im Zentrum, habe ich dann Schwester und Nichte in Empfang genommen und bin nach St. Kilda in ein kuscheliges Hostel im heimeligen Omastil umgezogen. Seitdem hat sich mein Tages- und Reiseprogramm deutlich geaendert. Es ist schon eine Erfahrung mit Kind zu reisen. Die naechsten vier Wochen sind wir nun zu dritt. Zweite Station ist nach Melbourne ist Tasmanien, das wir per faehre erreicht haben und nun mit einem Mietwagen (Automatik- find ich schrecklich) erkunden. Doch dazu ein andermal. Fotos gibt's auch erst spaeter, da es hier nur begrenzte Internetmoeglichkeiten gibt. Bis bald...

Dienstag, 11. November 2008

Heimatgefuehle mitten im Wald

Ach Kinders, ich bekomme ja langsam Lust , mir selbst einen Garten anzuschaffen. Habe die letzten acht Tage bei Herbert und Clarissa (zwei deutschen Einwanderern, die schon Anfang der 80er Jahre das Land verlassen haben) auf einer kleinen Farm in der Naehe von Ballarat verbracht. Hauptjob war das Beschneiden von Bauemen, aber auf einer kleinen Farm kommt man natuerlich nicht umhin, auch die Tiere zu versorgen und fuer den noetigen Nachschub an frischem Gemuese, durch die Pflege und Bepflanzung des Gartens zu sorgen. Bin daher nun auch im Umgang mit Gaensen, Ziegen, Huehnern und erneut Hunden erprobt. Ausserdem habe ich zum ersten Mal in meinem Leben auf einem Pferderuecken gesessen und das ist schon echt erhebend (nicht nur beim Aufsteigen).
Auch diesmal war ich nicht allein, da noch ein japanischer Wwoofer vor Ort war.

Nur eine schlechte Nachricht habe ich... von dem gutem Essen habe ich wohl einige Kilos zugenommen. Aber ich kann halt nicht nein sagen zu Bananenkuchen, Lasagne und Co.

Neben Essen und Arbeiten habe ich aber vor allem die langen Gespraeche mit Herbert und Clarissa als Bereicherung empfunden, da sie nach mehr als 25 Jahren in Australien einen ganz anderen, oftmals kritischen Blick auf Land und Leute entwickelt haben, der einem als Tourist, der oft recht verklaert nur die Schoenheiten der Natur und die Freundlichkeit der Menschen sieht, haeufig entgeht.
Ausserdem haben wir auch oft ueber Deutschland gesprochen und ich muss schon sagen, ich vermisse es und natuerlich euch alle. Aber ich glaube nach drei Monaten des Nomadenlebens ist es normal, sich nach der Heimat und etwas Normalitaet zu sehnen.

Lege nun einige Ruhetage in Melbourne ein, um Kraft fuer die gemeinsame Reise mit Schwester und Nichte zu sammeln ;-) Bin heute erst mal durch die Stadt gelaufen und der erste Eindruck war sehr positiv. Ihr duerft also auf Bilder und Bericht gespannt sein. So, jetzt muss ich gehen. Heute ist Pastanight im Hostel... (das wird wieder nix mit der Gewichtskontrolle, muss wohl anschliessend noch nen Spaziergang machen).

Samstag, 1. November 2008

... und zurueck in Warrnambool

Tja Leute, da bin ich nun wieder zurueckgekehrt. Das Angebot, noch eine Woche zu Putzen, war halt doch sehr verlockend. Nix mag ich lieber als haare vom Badezimmerboden wegfegen und die Kueche und das Geschirr fuer andere Leute zu saeubern. Jetzt, wo ich unzaehlige Male das Urinal im Maennerbad gereinigt habe, schreckt mich nix mehr. Jungs, so schwer kann das Zielen und anschliessende Spuelen doch nun wirklich nicht sein, oder?...
Aber mal Spass beiseite. Reinigungskraft werd ich in Deutschland wohl nicht werden, denn so gross die Freude am Anfang auch sein mag, als Gegenleistung fuer ein wenig putzen, seine Unterkunft umsonst zu bekommen, nach einigen Tagen ist das Putzen einfach nur noch monotone Routine, die bei taeglicher Wiederholung die Haende runzelig macht....
Der Job lebt also von den angenehmen Nebeneffekten, wie der fast schon familiaeren Einbindung durch die Hostelbesitzer (was auch bedeutet deren private Probleme, wie das leider nicht mehr heilbare Krebsleiden von Prus Mutter mit zu erleben), gemeinsames Kochen, Trinken, Quatschen und Billiardspielen, den langen Spaziergangen am Nachmittag und dem Plauschen mit anderen Backpackern in der Kueche und dem sehr gemuetlichen Wohnzimmer/ common room. Alles in allem hebt das also die runzeligen Haende auf.
Am Montag werde ich trotz der Heimatgefuehle weiterziehen ( nach Scarsdale bei Ballarat) und einen neuen Wwoofingjob antreten. Will Euch ja schliesslich wieder ein paar neue Eindruecke vom Landleben bescheren. Also bis bald....

Freitag, 31. Oktober 2008

Auf Schusters Rappen in den Grampians

Als blinder Passagier einer Goin South Tour gelangte ich vor nunmehr gut anderthalb Wochen (dank Geoffs Ueberredungskuensten) kostenlos in die Grampians. Gleich am ersten Tag startete ich zu einer kleinen Wanderung von 5 km Laenge, die mich nicht nur steile Haenge hinauf sondern auch auf einen langen, spitz zulaufenden mit wunderbarem Rundblick versehenen Felsen fuehrte. Traf bei der Wanderung als kleinen Vorgeschmack auf die vielfaeltige Tierpopulation der Gegend auch gleich eine Schlange, mehrere Kangaroos und Echsen und legte eine ausgiebige Fotosession mit einem Echidna ein. Die naechsten drei Tage verliefen aehnlich: taeglich eine etwas laengere schweisstreibende und muskelstaehlernde Wanderung bergauf und bergab (und nicht nur ein bisschen, sondern immer gelich ganz steil hoch und dann wieder runter), wunderschoene Natur, Begegnungen mit verschiedensten Pflanzen und Tieren und dann am Nachmittag eine Dusche und der Genuss von Kaeffchen und diversen Backwaren in Halls Gap bei einem guten Buch. Ein richtiger kleiner Urlaub vom Backpackerleben also. ;-)
Im oertlichen Aboriginal culture centre habe ich mich auch schlau gemacht: Es gibt in den Grampians viele art sites der Aboriginals. Meist sind es Hoehlen bzw. Felsvorspruenge, die als shelter/ Schutz dienten und jahrtausende alte Malereien ausweisen. Und einer davon heisst Manja shelter, weil darin viele Handabdruecke zu sehen sind. Manja heisst daher in der Sprache des regionalen Aboriginal Stammes wohl soviel wie Hand. Coole Sache.
Die Hostelauswahl habe ich auch wieder sehr gut getroffen. Zwar war es recht leer, aber die Reisenden, die dort waren, und auch der Betreiber John waren immer fuer ein Schwaetzchen und ein Glaeschen Wein oder Bier zu haben.
Fuehlte mich also rundum wohl, als ich am Freitag mit dem Bus zurueck nach Warrnambool fuhr, um dort doch noch eine weitere Woche zu wohnen und arbeiten...

Sonntag, 19. Oktober 2008

Immer noch in Warrnambool

Ja, ich habe mich immer noch nicht weiterbewegt, aber wenn man schon mal so einen schoenen Ort gefunden hat....
Habe neulich leider keine Wale gesehen. Nur eine Robbe. War aber trotzdem eine schoener Ausblick und je laenger man aufs Meer starrt, um so haeufiger glaubt man, etwas zu sichten.
Gestern war ich mit zwei deutschen Maedels (Nora und Nikola, Lehrerinnen aus Baden-Wuertemberg) und einem durchgeknallten 21-jaehrigen Lehramtsstudenten aus Melbourne unterwegs. Haben den Umstand, dass er ein Auto hat, genutzt, um die Great Ocean Road entlang, zu den 12 Aposteln zu touren. Deren Anblick teilten wir dann mit hunderten asiatischen Touristen. Von den 12 Steinzipfeln ragen uebrigens mittlerweile nur noch 8 (bzw. 6, bei zweien waren wir nicht sicher, ob sie zu den Aposteln gehoeren) aus dem Meer. Anschliessend haben wir fuer Matthew und seinen Kumpel Shaun (war nicht mit, da kraenklich) gekocht. Einschliesslich diesem Mahl, habe ich dann diese Woche 4 Mal Fisch gegessen. Lebe also sehr gesund (freu dich Mutti).
Die letzten Abende und Tage waren alle recht lustig. Abends habe ich Pool und Monopoly mit verschiedenen Backpackerbewohnern gespielt oder an der Bar einige Drinks von den Eigentuemern spendiert bekommen (Samstag gab es sogar Pizza). Die sind echt nett und offensichtlich sehr dankbar, dass ich ihnen einen Teil der Arbeit abnehme.
Morgen fahre ich dann doch noch in die Grampians, einem Nationalpark noerdlich von hier und werde wandern. Dann schau ich mal, ob ich noch ein paar Tage hierher zurueckkomme (Pru die Chefin hat mir das schon angeboten) oder weiter nach Apollo Bay fahre.
Ihr hoert von mir. Bis bald.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Jobsuche in Mt.Gambier und schoene Tage in Warrnambool

Wie ihr ja bereits lesen konntet, sah meine weitere Planung bis zum Eintreffen der Familie vor, einen Kurzzeitjob zu finden. Mit diesem Vorsatz reiste ich am Montag nach Mt. Gambier und wurde auch gleich vom Hostelbesitzer an eine Jobvermittlung verwiesen. Doch hier hiess es nur warten und Nummer hinterlassen. Am naechsten Tag klapperte ich 13 verschiedene Motels, Hotels und Restaurants ab und fragte nach Arbeit. Jedes Mal ohne Erfolg. Zumindest war das ein gutes Training fuers Selbstbewusstsein und fuer die Beinmuskeln, so einfach irgendwo hineinzuspazieren und nach Arbeit zu fragen. Hatte ich bisher noch nie gemacht. Von den vielen Ablehnungen war ich dann doch etwas down, kam dann aber zu der Erkenntnis, dass ich wohl fuer einen so kurzen Zeitraum wenig Chancen auf einen Job habe. Habe daher noch zwei letzte Versuche per Mail gestartet (deutsche Wuerstchenfabrik bei Melbourne und Weinstoecke pflanzen fuer drei Wochen im Norden von Victoria) und warte nun auf deren Antwort. Wenn das nix wird, gehe ich noch ein bis zwei Mal wwoofen und schaue mir weiter die Great Ocean Road an (sehr zu empfehlen!).
Derweil arbeite ich im Hostel von Warrnambool eine wenig und bekomme so (wie auch in Adelaide) die Unterkunft umsonst. Das Staedtchen, welches ich uebrigens nur aufgesucht habe, weil der Bus hier endet und ich ueber Nacht bleiben musste, wie auch das Hostel hat sich unterdessen als wahre Perle entpuppt. Super Strand, nette Leute, viel Natur... also ein guter Grund noch einige Tage zu bleiben.
Die vorhergehende Station Mt. Gambier war auch recht huebsch, besonders die beiden Vulkanseen, Blue und Valley Lake, waren Spitze. Ausserdem gibt es unzaehlige Hoehlen, auch mitten in der Stadt. Uebernachtet habe ich in einem ehemaligen Gefaengnis, welches nun gleich nach dem Dugout in Coober Pedy auf meiner Liste der skurilsten Unterkuenfte auf Platz 2 rangiert. Dort waren wir eine kleine Gruppe Arbeitsloser. Fasst alle ausser mir Australier, die wegen der Arbeitslosigkeit auch keine andere Bleibe als das Hostel fanden. Sehr nette Leute, aber auch recht bedrueckend und nicht so sehr stimmungsfoerderlich.
Warrnambool ist daher Mt. Gamiber echt vorzuziehen (hier ist es auch nicht so einsam im Hostel). Ihr hoert bestimmt bald wieder von mir. Ich fahre jetzt mit dem Rad zum "whale watching point" und halte mal Ausschau. Vielleicht habe ich ja Glueck. Habe gestern schliesslich schon Pinguine auf einer Insel gesehen. Die war aber leider fuer Besucher gesperrt. Die Tierchen brauchen halt ihre Ruhe.
So Leute, bis bald und liebe Gruesse.

Freitag, 10. Oktober 2008

Bye bye baby...

Heute war es nun so weit, Claudia und ich haben uns getrennt... Nein, keine Streitereien, sondern Reiseplanung. Claudia wird sich jetzt die Westkueste anschauen und ich hier im Sueden einen Kurzzeitjob suchen, bevor ich mich dann Mitte November mit meiner Schwester in Melbourne treffe.
War schoen so zu zweit. Mal sehen wie es mir jetzt, nach so langer Zeit der trauten Zweisamkeit allein geht und ergeht.
Jetzt habt ihr natuerlich den Vorteil, gleich zwei Reiseverlaeufe verfolgen zu koennen.
Wiedersehen ist im Dezember in Sydney. Bis dahin, alles Gute Claudi und immer schoen an den Wasserhaushalt denken :-)

Kangaroo Island- Natur pur

Nach einer Woche Genesungsphase ging es fuer uns nach Kangaraoo Island, wo wir nach langem Suchen doch einen Wwoof-host und somit die Gelegenheit fanden, die Insel etwas genauer als in den angebotenen Touren kennen zu lernen. Unser Host hiess Bob und wie sich bald herausstellte lebte er allein, da seine Frau mit Alzheimer in einem Pflegeheim lebt. Bob war also recht froh ueber unsere Gesellschaft und nahm uns entsprechend herzlich auf und drueckte ein Kuesschen auf unsere Wange und uns an seine Brust (und zwar jeden morgen und abend). Gleich am ersten Abend ueberzeugte er uns von seinen Kochkuensten und begeisterte mich fuer die Beimischung von Rosinen und Nuessen zu jeglichen Speisen (sehr lecker).

Unsere Arbeiten variierten vom Abladen und Begraben toter Huehner (insgesamt 3 Ladungen), ueber das Heantrieben von Schafen zum "crutching" (der Hintern der Tiere wird geschoren, um sie von der dreckigen und teilweise recht beschissenen Wolle da hinten zu befreien) und "labeling" (die Schafe erhalten jedes Jahr und speziell vor dem Verkauf ein Schild ins Ohr getuckert, welches auf den Besitzer verweist), das Aufmalen und Ausschneiden kleiner blauer Maennchen fuer die "Cancer Awareness Week" speziell fuer Prostata Krebs, Erbsenpfluecken und Puhlen, bis hin zum Unkrautzupfen in Nachbars Garten. Sehr abwechslungsreich und auch teilweise sehr geruchsintensiv also.


Die Tage bestanden jedoch nie aus zu viel Arbeit. An zwei abenden gingen wir Fischen und fingen jeweils ca. 60 "garfish", so wohl so etwas wie ein kleiner Schwertfisch ist. beim zweiten Mal durften wir die Fische auch entschuppen und filettieren. An einem weiteren Nachmittag gingen wir am Pennington Bay "boogie-boarden". Dabei legt man sich auf ein kurzes board und wirft sich in die naechst hoechste Welle, die einen dann manchmal die an den Strand traegt. Total witzig. HIghlight war natuerlich unsere Tagestour zu dem Touristenattraktionen der Insel: little Sahara (leider ohne Sandduenensurfen, dafuer aber Rollen von der Duene), Koala Walk, Kelly Hill Cave (Tropfsteinhoehle, die nur entdeckt wurde, weil ein Pferd Namens Kelly in den Eingang fiel), Vivonne Bay, Remarkable Rocks, Admirals Arch und den unzaehligen "New Zealand Fur Seals" die dort herumliegen und sich sonnen. Eine unglaublich tolle Tour und... ich durfte auch mal fahren.

An den Abenden spielten wir oft Scrabble oder assen mit unserem Nachbarn Dennis und dessen aktuellem koreanischen Wwoofer Shithead, Boule und Mini-Golf auf Bob's eigenem Golfplaetzchen. Als Exkursion in den deutschen Kochtopf gab es sogar Sauerkraut und Bratkartoffeln. Und wir bringen auch ein leckeres Keks-Rezept mit nach Hause: Anzac Biscuits, haben schon die Soldaten in frueheren Kriegen von ihren Muttis zur Unterstuetzung geschickt bekommen.

Ihr seht, es gibt kaum noch etwas, was wir nicht koennen oder zumindest ausprobiert haben. Werden wohl beide in Deutschland in die Landwirtschaft wechseln. ;-)

Ach, einheimische Tiere haben wir natuerlich auch gesehen: Kangaroos, Koalas, Echida (war nur eins),... bloss keine Schlange.

Montag, 22. September 2008

Waikerie und die Flying Doctors






Ihr habt Euch bestimmt schon gewundert, warum ich in letzter Zeit so nachlaessig mit meinem Blog umgegangen bin. Des Raestels Loesung: Ich war wegen einer Blinddarmentzuendung eine Woche im Krankenhaus und habe dort fuer Euch das australische Gesundheitssystem erkundet. Dabei habe ich weder Kosten noch Muehen gescheut und sogar einen Flug von Waikerie nach Adelaide mit dem Royal Flying Doctor Service in Anspruch genommen. Aber keine Angst: das gute Stueck ist dank Antibiotica-Behandlung noch dran. Ich hoffe jetzt natuerlich, dass der Appendix das zu schaetzen weis und jetzt keinen Aerger mehr macht, sonst ist naemlich Schluss mit lustig und er kommt raus. ... Hmmm, das klingt jetzt im nachinein zwar alles recht lustig und aufregend, ihr koennt Euch aber bestimmt denken, dass das (mein erstes Mal im Krankenhaus) gar nicht so toll war. Gluecklicherweise hatte ich noch Claudia als Besucherin und Seelentroesterin. Und auch im Krankenhaus waren alle, Schwestern, Pfleger, Zimmernachbarn, Aerzte bis hin zur Blutabnahmedame sehr nett und fuersorglich. Da kann man echt nix sagen. Auch das Essen, das ich nach fast drei Tagen Dauerfasten und Tropf endlich bekam, war recht bekoemmlich. Nur die Wartezeiten auf diverse Tests und die tatsaechliche Diagnose (was bei undefinierbaren Schmerzen schon eine enorme Erleichterung ist) waren etwas lang.

Ueber meine Krankengeschichte will ich aber nicht unseren sehr schoenen Aufenthalt in Waikerie vergessen, der leider wegen mir etwas frueher endete als geplant. Nach vier Tagen Adelaide brachen wir zu unserem zweiten Wwoofingjob in Australien auf. Ein Traumjob, denn es ging auf ein Weingut ca. zwei Autostunden von Adelaide entfernt. Hier wohnten wir in unserem eigenen kleinen "Kiwi House" und wurden taeglich koestlich bekocht. Unser Job bestand im "Pruning", also den beschneiden der Weinstoecke damit sie wieder ordentlich ausschlagen und Fruechte tragen koennen. Meist haben wir von 7.30-13.00 Uhr gearbeitet und am Nachmittag die Gegend oder das Anwesen der Familie erkundet. Selten habe ich so viele alte schrottreife Autos gesehen. Bruce, unser Gastvater und passionierter Geschichtenerzaehler, liebt es diese aufzukaufen, zu reparieren und dann gewinnbringend weiter zu verkaufen. Noch mehr liebt er es aber, davon zu erzaehlen.

Ausserdem haben wir gelernt, ein/en Quad (?) zu fahren, sind mit Paul, dem aeltesten Sohn Fischen gewesen (leider haben wir nix gefangen), sind auf rasante Autofahrten bei Tag und Nacht gegangen (Drehungen bis zu 360 Grad und Spruenge bis ans Autodach waren da normal), haben Kangaroos, Fuechse und Kaninchen bei Nacht gesehen, haben einen Koala getroffen und an einer Art Troedelmarkt-Landwirtschafts-Auktion teilgenommen. Die Orangen und Grapefruit konnten wir reif vom Strauch pfluecken und direkt aus der Schale aussaugen. Lecker und ganz ohne Chemie.

Leider war dann doch keine Zeit mehr, um Kanu und Traktor zu fahren. Wir haben uns jedenfalls richtig wohl gefuehlt (Bruce und Susan haben mich sogar jeden Tag im Krankenhaus angerufen und ein Kaertchen geschickt) und hoffen die anderen Wwoofing Jobs werden zumindest annaehernd so gut.

Jetzt bleiben wir zur entguelitigen Wiederherstellung meiner Gesundheit noch einige Tage in Adelaide. Waere ja bloed, wenn ich nach zwei Tagen wieder ins Krankenhaus muesste und dann schon wieder eingeflogen werden muss.

Freitag, 5. September 2008

Noch mehr unendliche Weiten

So, nachdem nun gerade ein unheimlich langer, beinah druckreifer Eintrag von mir Dank der veralteten Computertechnik in unserem Hostel verloren gegangen ist, beginne ich mit der Rekonstruktion.
Wir sind aus dem Outback zurueckgekehrt und befinden uns jetzt in Adelaide, wo wir (zum zweiten Mal auf der Reise) als Reinigungskraefte arbeiten. Mittlerweile bin ich schon richtig geuebt und kenne die "feuchte Acht" aus dem FF. Das ist nichts Unanstaendiges. Ihr koennt ja mal raten.

Nach etwa zwei Wochen im Outback vermisse ich hier in der Stadt bereits den Staub, die Weite und die Stille. Es ist schon ein recht interessanter Menschenschlag, der da draussen im Nirgendwo lebt, wo das Handy keinen Empfang mehr hat, Wasser und v.a. Regen rar sind (wir kamen gluecklicherweise am Kings Canyon in den seltenen Genuss) und man bei einer Autopanne schon etwas laenger auf den Abschleppdienst warten muss. Da ist kein Platz fuer Sentimentalitaeten. Es leben viele verrueckte aber stets liebenswuerdige Leute hier, die gelernt haben, sich mit den Gegebenheiten vor Ort zu arrangieren. So leben die Leute in Coober Pedy z.B. in den ehemaligen Schaechten ihrer Opalminen, da sie irgendwann merkten, dass es sich dort bei circa 50 Grad Celsius Aussentemperatur (im Sommer) am besten aushalten laesst. Gleichzeitig sparen sie so Heizung und Klimaanlage. Ausserdem hilft viel tr
ockener Humor, das Leben etwas leichter zu nehmen. Ein alter Mann, den wir in Coober Pedy trafen, hat es recht gut auf den Punkt gebracht: "This is a holy shitty town." Was soviel heisst wie: " Scheiss die Wand an, ist das abgefahren hier." (frei nach Ilse K.)
Aber nun einiges zum Verlauf unserer Reise: Anstatt wie die meisten Touristen nur in Alice Springs zu uebernachten, haben wir diese kleine Wuestenstadt erkundet, die gar nicht so schlecht ist, wie ihr Ruf. Es gibt eine farbenfrohe Fussgaengerzone mit vielen Cafe's, bekannte australische Institutionen wie den "Royal Flying Doctor Service" und die "School of Air" sowie einen wunderschoenen "Desert Park" in dem man die Pflanzen und Tiere des Outback entdecken kann. Anschliessend brachen wir zu einer dreitaegigen Tour zum Uluru/ Ayers Rock und den umliegenden Sehenswuerdigkeiten Kings Canyon und den Olgas (Kata Tjuta) auf. Unsere Gruppe war mit 24 Mann recht gross, aber auch hier haben wir wieder viele nette Leute und ihre Geschichten kennen gelernt. Durch den oben genannten Regen waren unsere Swags (Biwacksaecke) des Naechtens leider sehr feucht und kalt, was den uneingeschraenkten Genuss des fantastischen Sternenhimmels ein wenig erschwerte. Vom Ayers Rock an sich war ich schon recht beeindruckt, leider war nicht genug Zeit
da, das ganze in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Statt dessen reichte die Zeit nur, um einmal um den "Stein" herumzulaufen und an alle nicht als heilige Staetten gekennzeichneten Orten Photos zu. Auf den Uluru hinaufgestiegen sind gluecklicherweise nur wenige aus unserer Gruppe. Alle anderen haben die Bitten der ansaessigen Aboriginals respektiert.
Von Alice Springs aus sind wir dann mit dem Greyhound Bus nach Coober Pedy gefahren. In dieser abgeschiedenen Minenstadt haben wir in einem Underground Backpacker (Heberge unter der Erde) geschlafen, der auch gut die Kulisse fuer SAW IV oder einen Gefaengnisfilm haette bilden koennen. War schon sehr abgefahren und beeindruckend. Tagsueber sind wir in und um die Stadt getourt und haben an den Opalminen nach selbigen Steinchen gesucht. Highlight der Tour war aber der Besuch des Dugouts/ der Hoehle von Crocodile Harry, einem alte Krokodiljaeger und Lustmolch. In seinem Haus wurde Mad Max III gedreht und Tina Turner hinterliess ihren BH an der Wohnzimmerwand. Danach hat der alte Mann begonnen von allen Besuchern Souvenirs zu sammeln, die nun zu tausenden die Waende zieren. Junge Touristinnen wurden meist um ihren BH oder die Unterhose gebeten. Ein verrueckter alter Sack. Coober Pedy ist uebrigens ein recht bekanntes kleines Staedtchen. Hier wurden bislang circa 10 Filme gedreht, u.a. "Priscilla- Koenigin der Wueste" und "Pitch Black".
Fuhren dann wieder mit dem Bus ueber Nacht nach Adelaide und hier schliesst sich der Kreis. Heute ist unser dritter Tag hier und ich bin immer noch nicht so richtig im Grossstadtleben angekommen. Gestern waren wir im Migration Museum, was uns recht beeindruckt hat. Haben z.B. erfahren, dass bis nach dem 2. Weltkrieg eigentlich nur weisse Britten als Immigranten erwuenscht waren und eine Politik des "weissen Australiens" gefahren wurde. Ausserdem galten Aboriginal people noch bis in die 70er Jahre hinein nicht als australische Buerger. Bis dahin wurde eine ganze Generation von Aboriginal Kindern und Mischlingen ( heute auch die "stolen generation" genannt) einfach zu Erziehungszwecken ihren Elten weggenommen. Nicht gerade ruehmlich.
So, ich sage mal tschuess. Die Bilder werden nachgereicht, wenn die Datenautobahn wieder hoehere Geschwindigkeiten zulaesst.

Mittwoch, 27. August 2008

The Outback- Unendliche Weiten

Hello again... bin ja echt beeindruckt von Euren Antworten und die dem offensichtlich zugrunde liegende rege Heimsuchung meines Blogs. Die Antworten werde ich Euch heut aber noch schuldig bleiben. Die fleissigen Kommentatoren erhalten jedenfalls alle Post von mir... brauche nur noch einige Adressen (Volker, Marika und Katrin, sorry hab ich verbummelt).
So nun aber zu den hard facts: Zu unserer Zugfahrt von Darwin nach Alice Springs schreib ich nur soviel, als dass der Gahn schon ein recht cooler alter Zug ist und uns eigentlich nur die unbequemen Sitze missfallen haben. Besonderes Highlight war ein Zwischenstopp im Katherine Nationalpark bei dem wir uns unter den angebotenen Touren fuer das Kanu und schweisstreibende Arbeit an einigen Stromschnellen entschieden haben.

In Alice wechselten wir in den Greyhound Bus nach Erldunda (200 km suedlich von Alice Springs), wo wir auf einen Truck mit einigen Rindern und unserem neuen Boss umstiegen. Na eigentlich hatte seine Frau die Regie ueber uns, da unser erster Wwoofing job (d.h. freiwillige Arbeit fuer Kost und Logie als Gegenleistung) auf einer Farm hauptsaechlich aus Hausarbeit und Kinderbetreuung bestehen sollte. Doch das Drumherum war schon echt beeindruckend, wenn auch ehrlich gesagt auf Dauer etwas trostlos und einsam. Mit dem Truck ging es erst einmal 80 km auf einer Schotterpiste vom Stuart Highway weg zur Farm. Dort wo kein Handy mehr Empfang hat und Einkaeufe Tagestouren darstellen, sollten wir die naechsten Tage leben. Ja richtig gehoert, wir sind doch nur knapp eine Woche geblieben, da die Arbeit nicht so ganz unserer Vorstellung von Farmarbeit entsprach.
Haben aber trotzdem den Alltag einer jungen Outbackfamilie kennen gelernt, in der wenig gesprochen aber viel fern gesehen wird, wo es immer lecker viel Essen (hauptsaechlich selbst geschlachtetes Rind und Lamm) gab und die Kinder aus Mangel an Sozialkontakten schon etwas entwicklungsverzoegert sind (v.a. in der Sprache). Hmmm, ist schwer in so wenige Worte zu fassen. Werd mich spaeter nochmal an einer genaueren Schilderung versuchen.
Sind nun in Alice Springs in einer total tollen Herberge und brechen bald zum Uluru/ Ayers Rock auf.

Dienstag, 19. August 2008

The land rules... und was man noch so im Kakadu National Park erfaehrt

Vielen Dank fuer Eure Kommentare. Weil ihr so fleissig ward, gibt es auch gleich zur Belohnung einen neuen Bericht.
Wir sind gestern abend von unserer Tour aus dem Kakadu National Park zurueckgekehrt. Wir waren in einer super Gruppe unterwegs und hatten einen extrem guten Guide (Fuehrer). Neben der Natur waren wir von seinen vielen Geschichten am meisten begeistert. Oder wusstet ihr schon, warum die Aboriginals so duenne Beine haben? Oder warum Australien Australien heisst? Oder warum die Erde in Australien so rot ist? Ratet mal. Ich werde dann die besten Antworten mit einer Postkarte belohnen.
Wir haben eine Menge gesehen und gehoert: wir haben nicht nur eine River cruise (Flussfahrt) neben Krokodilen gemacht, im Biwaksack unter freiem Himmel geschlafen und Didgeridoo gespielt, sondern auch einen Aborigine Tanz den "Shake-a-leg" gelegt und sind als Tiere ums Lagerfeuer getanzt. Am naechsten Tag haben wir am Hinterteil von gruenen Baumameisen geleckt (ja wirklich!!!), was nach Zitrone schmeckt. Natuerlich sind wir auch schwimmen gegangen... in krokodilsicheren Gewaessern. Hach, ich bin immer noch ganz begeistert. Ich hoffe das kommt rueber.
Aber zurueck zum Titel: "The land rules" bedeutet, dass wir viel ueber die Natur, die Pflanzen- und Tierwelt Australiens erfahren haben. Das Land ist sehr trocken und wenig fruchtbar. Die Aboriginal people, die einheimischen Tiere und Pflanzen haben es sehr gut verstanden, sich damit zu arrangieren und dies zu nutzen, um zu ueberleben. Im krassen Gegensatz dazu steht bisweilen die westliche Kultur. Ich brauche wohl nicht erklaeren warum. Der Trip in den Park war jedenfalls eine gute Gelegenheit sich zu erinnern, dass wir uns eigentlich dem anpassen sollten, was uns die Umwelt/ Natur vorgibt und nicht andersrum.
So, ihr werdet jetzt einige Zeit nix von mir hoeren, da wir die naechsten zwei Wochen auf einer farm im Outback arbeiten. Also bis spaeter.

Donnerstag, 14. August 2008

Darwin- Capital of outback australia

Heute geht unsere erste Woche in Australien vorueber. Wir haben uns langsam aklimatisiert (mein deutscher Sonnenbrand ist auch schon abgeblaettert) und kommen mit der Hitze mittlerweile gut klar. Sonnencreme und gelegentlich auch eine Kopfbedeckung (habe noch nicht den perfekten Hut gefunden) sind natuerlich Pflicht. Hin und wieder kuehlen wir uns unter einem der vielen Rasensprenger (heisst das Ding so?) ab oder gehen schwimmen. Darwin City und alles was entlang der Buslinie 4 zu finden ist kennen wir schon ganz gut. Vor allem die Straende (Lameroo Beach, Mindil Beach, Fannie Bay, Cullen Bay) haben es uns angetan. Toller Sand hier.
Hier noch einige wichtige Facts, da ich nicht mit Details aus dem Reisefuehrer langweilen will: In Australien werden jaehrlich mehr Menschen von einem umstuerzenden Getraenkeautomaten getoetet, als von Krokodilen. Entsprechend haben wir bislang auch weder ein Krokodil noch ein aehnlich gefaehrliches Tier getroffen... aber eine Coke sollte man sich lieber nicht aus dem Automaten ziehen :-).
Hier in der Gegend leben viele Aboriginal people (das ist der politisch korrekte Ausdruck). Leider kommt man nicht so richtig in Kontakt mit ihnen. Sie wirken seltsam deplaziert in dieser westlich gepraegten Stadt. Die meisten Weissen scheinen sie zu ignorieren oder still zu dulden. Viele indigenous people (noch so ein politisch korrekter Begriff) haben ein Alkoholproblem oder psychische Probleme, sind arbeitslos und haengen tagsueber im Park rum. Sie scheinen meist in ihrer festen "community" und/oder Sozialwohnungen zu leben. Vor diesen Wohnbereichen stehen eigens von der Regiereung aufgestellte Schilder mit Alkoholverboten, mit denen man wohl dem Problem Alkohol Herr werden will. Hilft meiner Meinung nicht viel, da einfach wo anders getrunken wird.... Alles in allem werde ich aus dem Ganzen noch nicht so recht schlau. Mal sehen, was ich im Laufe der Zeit so erfahre.
Morgen gehen wir auf eine 3-Tagestour in den Kakadoo-National Park. Danach gibt es neue Bilder und Eindruecke. Bis dahin, schaut mal in die Diashow rein.

Samstag, 9. August 2008

Ich bin daaaaaaaa!!!

Es ist vollbracht! Nach einem relativ ereignislosen (d.h. sicheren) Flug von insgesamt 16 1/2 Stunden sind wir in Darwin heute morgen gegen 4 Uhr angekommen. Da unser Hostel so frueh noch keine neuen Schlafgaeste aufnahm, haben wir zunaechst einen Spaziergang am Strand gemacht, dann gefruehstuckt und dann einen Ausflug auf den Markt und ans Meer gemacht. Und das alles bei traumhaften 35 grad Celsius (Es ist hier uebrigens noch Winter.). Staendig kuemmern sich aufmerksame Buerger um uns. So lernten wir den besten Busfahrer des Stadt kennen, der uns gleich noch Englischnachhilfe gab, wurden an einer Bushaltestelle darueber insformiert, dass dort Samstags gar kein Bus verkehrt und als ich voellig uebermuedet im Bus fast vom Sitz fiel, wurde ich besorgt gefragt, ob alles OK sei und ich frische Luft brauche. Da kann man sich ja nur gut aufgehoben fuellen.
Alles weitere im naechsten Eintrag. heute bin ich nicht mehr so fit. Schliesslich habe ich fast drei Tage nicht mehr geschlafen. Also, verzeiht alle Rechtschreibfehler. Bis bald.

Sonntag, 20. Juli 2008

Der Abschied naht!

Nun ist auch schon der letzte Arbeitstag und der große Abschied von Freunden, Kollegen und Verwandten erfolgt. Noch einmal danke an alle, die zu meiner Party erschienen sind und auch für all die (trotz Vorwarnung) erhaltenen Geschenke.
Jetzt leert sich meine Wohnung so langsam. Obwohl ich eher das Gefühl habe, dass durch das Einpacken immer mehr Krempel zum Vorschein kommt. Jetzt ist er aber wenigstens schon mal in Kartons verpackt... gleich kommt der nächste...

Weil´s so schön war...

... noch ein kleiner Rückblick auf das diesjährige WFF. Wir haben die besten Nachbarn der Welt gehabt, sind mit Geschenken überhäuft worden, wechseln jetzt alle zur IKK, haben uns in der Kunst der Bodypercussion geübt, viel Bier getrunken und gleich wieder ausgeschwitzt, die Dixis aufgesucht und so schnell wie möglich wieder verlassen (im nächsten Jahr bringen wir eine Kiste Duftbäume mit, versprochen), haben einen 2 Meter großen Wikinger getroffen, kräftig die Nackenmuskeln und die Haarwurzeln beim Bangen strapaziert und nachher auf der Agrofarm noch mal ordentlich gepogt, es gab Tequila und viele T-Shirt-Aufschriften-Leser denen dann doch kein vernünftiger Spruch einfiel... und damit das bis zum nächsten WFF in guter Erinnerung bleibt, gibt´s auch gleich noch zwei Bildchen, die freundlicherweise von Svens Bruder (DJ Brix) gestiftet wurden.

Freitag, 13. Juni 2008

Bald geht`s los!

Am 07.08. ist es endlich soweit... ich fliege nach Australien. Bis dahin sind es noch genau 55 Tage. Ich zähle schon rückwärts.
Bis dahin ist noch einiges zu erledigen. Visum, Ticket,Unterstellmöglichkeit für Möbel, Auto und Meersau sind schon gefunden. Alles mögliche und vor allem Job und Wohnung sind gekündigt. Und, und, und... Gerade befinde ich mich im Geldrausch: Alles was nicht mehr gebraucht wird, versuche ich zu verkaufen. Schließlich zählt jeder Euro im Bugdet und auch die angemietete Garage soll nicht überquellen. Außerdem ist so ein Jahr im Ausland eine gute Gelegenheit sich von einigen Altlasten und Schrankleichen zu befreien.
Langsam wächst die Vorfreude. Würde lieber schon heute als morgen abreisen. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste.
Also mal sehen, was die nächsten Wochen so bringen...