Freitag, 10. Oktober 2008

Kangaroo Island- Natur pur

Nach einer Woche Genesungsphase ging es fuer uns nach Kangaraoo Island, wo wir nach langem Suchen doch einen Wwoof-host und somit die Gelegenheit fanden, die Insel etwas genauer als in den angebotenen Touren kennen zu lernen. Unser Host hiess Bob und wie sich bald herausstellte lebte er allein, da seine Frau mit Alzheimer in einem Pflegeheim lebt. Bob war also recht froh ueber unsere Gesellschaft und nahm uns entsprechend herzlich auf und drueckte ein Kuesschen auf unsere Wange und uns an seine Brust (und zwar jeden morgen und abend). Gleich am ersten Abend ueberzeugte er uns von seinen Kochkuensten und begeisterte mich fuer die Beimischung von Rosinen und Nuessen zu jeglichen Speisen (sehr lecker).

Unsere Arbeiten variierten vom Abladen und Begraben toter Huehner (insgesamt 3 Ladungen), ueber das Heantrieben von Schafen zum "crutching" (der Hintern der Tiere wird geschoren, um sie von der dreckigen und teilweise recht beschissenen Wolle da hinten zu befreien) und "labeling" (die Schafe erhalten jedes Jahr und speziell vor dem Verkauf ein Schild ins Ohr getuckert, welches auf den Besitzer verweist), das Aufmalen und Ausschneiden kleiner blauer Maennchen fuer die "Cancer Awareness Week" speziell fuer Prostata Krebs, Erbsenpfluecken und Puhlen, bis hin zum Unkrautzupfen in Nachbars Garten. Sehr abwechslungsreich und auch teilweise sehr geruchsintensiv also.


Die Tage bestanden jedoch nie aus zu viel Arbeit. An zwei abenden gingen wir Fischen und fingen jeweils ca. 60 "garfish", so wohl so etwas wie ein kleiner Schwertfisch ist. beim zweiten Mal durften wir die Fische auch entschuppen und filettieren. An einem weiteren Nachmittag gingen wir am Pennington Bay "boogie-boarden". Dabei legt man sich auf ein kurzes board und wirft sich in die naechst hoechste Welle, die einen dann manchmal die an den Strand traegt. Total witzig. HIghlight war natuerlich unsere Tagestour zu dem Touristenattraktionen der Insel: little Sahara (leider ohne Sandduenensurfen, dafuer aber Rollen von der Duene), Koala Walk, Kelly Hill Cave (Tropfsteinhoehle, die nur entdeckt wurde, weil ein Pferd Namens Kelly in den Eingang fiel), Vivonne Bay, Remarkable Rocks, Admirals Arch und den unzaehligen "New Zealand Fur Seals" die dort herumliegen und sich sonnen. Eine unglaublich tolle Tour und... ich durfte auch mal fahren.

An den Abenden spielten wir oft Scrabble oder assen mit unserem Nachbarn Dennis und dessen aktuellem koreanischen Wwoofer Shithead, Boule und Mini-Golf auf Bob's eigenem Golfplaetzchen. Als Exkursion in den deutschen Kochtopf gab es sogar Sauerkraut und Bratkartoffeln. Und wir bringen auch ein leckeres Keks-Rezept mit nach Hause: Anzac Biscuits, haben schon die Soldaten in frueheren Kriegen von ihren Muttis zur Unterstuetzung geschickt bekommen.

Ihr seht, es gibt kaum noch etwas, was wir nicht koennen oder zumindest ausprobiert haben. Werden wohl beide in Deutschland in die Landwirtschaft wechseln. ;-)

Ach, einheimische Tiere haben wir natuerlich auch gesehen: Kangaroos, Koalas, Echida (war nur eins),... bloss keine Schlange.

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