Zunaechst fuhr ich ein zweites Mal nach Picton, von wo aus ich am Morgen mit der Faehre durch die Marlborough Sounds hinauf zur Nordinsel fahren sollte. Mietete mich noch mal im Hostel ein und staubte Apple Crumble mit Eis und morgens ein kostenfreies Fruehstueck ab. Auf der Faehre genoss ich dann die in morgendlichen Nebel gehuellten Landschaften und springende Delfine. Haette die Eindruecke auch gern mit Euch geteilt, doch dummerweise lag die Kamera im Auto. :-(
Von Wellington kann ich leider auch kein Bild anbieten. Es regnete waehrend der drei Stunden die ich dort verbrachte unentwegt. Der Stopp lohnte sich dennoch. Ich genoss Lunch und Kaeffchen mit einer Reisegefaehrtin aus dem Straybus und schaute dann noch mal im Te Tapa Museum vorbei, das eine interessante Mischung aus Natur- und Landeskunde sowie viel Maori Kultur zeigte. Hier erfuhr ich auch, dass Neuseeland eigentlich Aotearoa heisst, was "Land der langen weissen Wolke" bedeutet. In der Maori Mythologie besteht Neuseeland aus dem Boot des Halbgottes Maui (Te Waka o Maui) und dem riesigen Fisch (Te Ika a Maui), den er mit einem, in seinem Blut getraenkten Haken, faengt und aus dem Meer zieht. Ich war also mit der Faehre direkt in das Maul des Fisches gefahren...
Weiter ging es an die Ostkueste, in das Art Deco Staedtchen Napier. Da ich etwas spaet dran war, fuhr ich im dunkeln ueber die traumhaft kaengurufreien Strassen und naechtigte in einer kleinen Stadt vor Napier. Da es auch hier den ganzen Tag geregnet hatte, genoss ich am naechsten Morgen die wenigen Sonnenstunden und fand vielleicht auch oder gerade deshalb Napier ganz bezaubernd.
Dann dueste ich mit Radar nach Taupo, dem Zentrum jeglicher Extremaktivitaeten wie Bungee und Ski Dive auf der Nordinsel. Hier sieht man an jeder Ecke die vulkanische Aktivitaet in Form von Schwefeldaempfen emporsteigen. Die natuerlichen Attraktionen konnten mir aber dennoch den Ort nicht schmackhaft machen, der sonst ausser vielen Backpackern, bars und Geschaeften nicht viel zu bieten hat. Ich umfuhr also Lake Taupo und naechtige im etwas schlaefrigen Turangi, von wo aus ich morgens zum Tongariro National Park aufbrach. Meine Stimmung war angesichts des schlechten Wetters etwas gedaempft, denn schon am Tag zuvor hatte ich erfahren, dass die Besteigung des Mt Tongariro wegen der Wetterverhaeltnisse z.Z. nicht moeglich ist. Trotzig brach ich also zu einer kleineren Wanderung zum Fuss des benachbarten Mt. Ngauruhoe, besser bekannt als Schicksalsberg aus dem Herrn der Ringe, auf. Nach anderthalb Stunden fing es an zu regnen, vom Berg sah ich wegen dichter Wolken nicht viel, aber die Alpine Landschaft war schon echt beeindruckend.
Anschliessend hiess es erst mal komplett umziehen und dann gings auch schon wieder weiter nach Rotoroa, dem Thermal- und Maorikulturzentrum des Nordens.
Auch wenn man hier das Ortsschild uebersieht... Rotoroa erkennt man am Geruch. Dieser war aber weitaus weniger intensiv als ich immer gehoert hatte. Am Abend war ich dann mal ganz Touri und lud mich fuer viel Geld in eines der Maori Doerfer zu einer Kulturperformance mit Hangi (traditionelles in der Erde auf heissen Steinen gekochtes Essen) ein. Insgesamt ein sehr schoener Abend, wenn man die kleinen Abstriche beim Hangi und der Gesamtatmossphaere (hatte was von billiger Kreuzfahrt) mal aussen vor laesst- schliesslich wird dort jeden Abend so eine Show veranstaltet. ISt auf jeden fall sehr praktisch, wenn man wie ich nur auf der Durchreise ist und schon am Abend dannach in Auckland sein soll.
Auch in Roturoa regnete es ununterbrochen, so dass mein Auto beim Aufstehen am Morgen von einem kleinen See umgeben war. Verbachte den Vormittag im dortigen Museum, das ich echt schoen fand. Vor allem das Gebaeude, ein frueheres Kurhotel, war echt der Hammer. Anschliessend schenkte mir die Sonne einigwe wunderbare Stunden an den Seen der Umgebung, wo ich Kraft fuer die Autofahrt nach Auckland schoepfte.
... die brauchte ich dann auch. Waren die Strassen Neuseelands bislang recht ruhig, schienen hier 80% aller registrierten Wagen auf einmal versammelt zu sein. Da ich bei der Freundin des Cousins eines Freundes unterkommen wollte, kurvte ich dann uach noch durch einen der vielen Vororte... Letztendlich wurde ich aber mit nen leckeren Diner und nem Filmabend auf der Couch sowie einer netten Gastgeberin belohnt. Am naechsten trennte ich mich nach einer letzten Tour von Radar und erkundete dann die Innenstadt... nicht wirklich. Rannte zufaellig in das Maedel, mit dem ich mich in Wellington getroffen hatte und wir quatschten lang beim Kaffee. Schaffte anschliessend zumindest die weitere Reise zu planen. So ging es noch fuer zwei Naechte in die Bay of Islands, wo ich die historische Staette des Vertrages von Waitangi sowie Paihia und Russell besuchte. Zwei weitere Naechte verbrachte ich in Coromandel, einem suessen Kuenstlerstadtchen auf der gleichnamigen Halbinsel. Im Sommer soll es hier von Touris nur so wimmeln. Ich hingegen teilte mir das Hostel mit nur einem Maedel aus Kanada. Am anechsten Tag fuhr ich mit einer kleinen Schmalspurbahn und wanderte anschliessend zur Long Bay und sah den letzten originalen Kauribaum (gut 600 Jahre alt) der Stadt. Auf dem Rueckweg nahm mich ein Einheimischer mit, der kurzerhand einem Ausflug zur Road 309 und einer kleinen Ansammlung alter Kauris mit mir machte... Schoen, dass es noch Orte auf der Welt gibt, wo man so einfach zu einem fremden ins Auto steigen kann und der einem auch noch die Gegend zeigt. Neuseeland ist definitiv so ein Ort.
Zurueck in Auckland, holte ich die Stadterkundung nach und besuchte am letzten Tag noch eine Reisebekannte auf dem nahen Waiheke Island. Klingt nach trophischem Paradies?! Ist es nicht ganz, aber ein sehr relaxter Ort, an dem jeder jedem kennt undich mich echt wohl gefuehlt hab-beim Gang uber den Markt, Spielen mit der kleinen Tochter, Chat mit anderen Einwohnern, Ausflug zum stonehengeaehnlichen Stoney Batter, Kochen und Speisen in netter Runde. Ein schoener Abschluss und Kontrast zur Grossstadt Auckland...
... hui, merke gerade, es ist ein sehr langer Eintrag geworden. Seht das als Entschaedigung fuer meine Faulheit beim letzten Eintrag.
Also bis bald. Einige Tage verbleiben ja noch...
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